Presse Meldungen

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Mit der 68er-Straßenbahn "die Menschen abholen" 

Freitag, den 01.02.2008

Von unserer Redakteurin Julia Littmann

Die Idee ist eigentlich ganz nahe liegend, findet die Politologin Rieke Kersting: "Wir wollten über die 68er in Freiburg nicht einfach ein Seminar hinter verschlossenen Türen abhalten." Vielmehr, so das Konzept einer Hand voll Macherinnen und Macher im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung (LpB), sollte die Erinnerung an diese bewegte Zeit in die Stadt getragen werden, ihrerseits bewegt, als Ausstellung in einer Straßenbahn. Die fährt am Freitag und am Samstag im Halbstundentakt als "68" zwischen Messplatz und Bissierstraße auf der Strecke der Linie 1.

"Im Grunde tun wir mit dieser fahrenden Ausstellung genau das, was Ausstellungsdidaktiker immer predigen" , erklärt Felix Steinbrenner, "nämlich die Leute da abholen, wo sie stehen." Steinbrenner ist der Projektverantwortliche und wie die anderen Ausstellungserdenker Praktikant bei der LpB, die für dieses Projekt unter anderem mit der VAG und der Badischen Zeitung kooperiert hat. "Die Leute abholen" : das findet hier mitten im Alltag statt — und zwar an den regulären Straßenbahnhaltestellen. Wer an den beiden Ausstellungstagen den "historischen" Zug, einen GT4, Baujahr 1962, erklimmt, kriegt viel zu sehen und zu fühlen — und er kriegt es umsonst. Das ist mit Doppel- und Hintersinn auch auf einer Bande zu lesen, die oben an der Straßenbahn angebracht ist: "1968: Alles umsonst!"

Erinnert wird mit der rollenden Ausstellung an den vierzigsten Jahrestag der Freiburger "Fahrpreiskämpfe" am 1. und 2. Februar 1968. Etwa 2000 Demonstranten protestierten damals gegen Fahrpreiserhöhungen, besetzten den Bertoldsbrunnen und legten damit den gesamten Straßenbahnverkehr lahm. In einem kleinen Infoheft sind die Hintergründe und Etappen dieser Proteste sehr lesbar zusammengefasst und bebildert. Diese Broschüren werden an die Ausstellungs-Fahrgäste verteilt. Die allerdings werden ohnehin von etlichen Angeboten in Anspruch genommen, wenn sie zum Beispiel zwischen Schwabentor und Hauptbahnhof Fotos angucken, die aufwendig an die Fenster geklebt wurden. Oder in die Fühlkisten greifen, in denen sich von der Pille bis zum Pflasterstein vieles tasten lässt, was "Zubehör" in 68-er-Zeiten war. Spannend ist der Rückbezug aufs Heute, beispielsweise der Selbsttest: "Wie viel 68er steckt in Ihnen?" Nichts davon vermutet Linke-Liste-Stadtrat und einer der damaligen Demo-Teilnehmer Michael Moos bei denen, die am Freitagmorgen die Ausstellung mit Referaten in der LpB einweihen: Oberbürgermeister Dieter Salomon und der Politologe Dieter Oberndörfer. Moos’ Forderung nach einem 68er-Referenten blieb ungehört, war also wie einst die Proteste gegen die Fahrpreiserhöhung: umsonst.http://img.badische-zeitung.de/leer.gif
 

Quelle: Badische Zeitung - 31.01.2008  
Zweitägiges Fest im VAG-Betriebshof

Freitag, den 06.07.2007

Die Freunde der Freiburger Straßenbahn und die Blasmusik der Verkehrs AG laden heute und morgen zu einem Fest in den Betriebshof-Süd in der Urachstraße im Stadtteil Wiehre. Anlass ist das 25-jährige Bestehen des Musikkapelle.
Auftakt ist am Freitag um 18 Uhr mit einem festlichen Konzert. Weiter geht es am Samstag um 10 Uhr mit Führungen im Betriebshof mit seinen historischen Straßenbahnen, mit Musik von der Feuerwehr- und von der Trachtenkapelle Hofsgrund sowie von der Kapelle der Stuttgarter Straßenbahn. Außerdem fahren im 30-Minuten-Takt alte Straßenbahnen auf der Linie 1 zwischen Stadthalle und Paduaallee. Für Essen und Trinken ist gesorgt. Kinder können sich schminken lassen.http://img.badische-zeitung.de/leer.gif
Quelle: Badische Zeitung - 06.07.2007  

Ruhe herrscht nur im Münster

Samstag, den 31.12.2005

In Freiburg wurde das neue Jahr gebührend begrüßt: ob laut knallend auf dem Kanonenplatz, tanzend bei Partys oder stimmungsvoll in der Straßenbahn - in der Innenstadt war richtig viel Trubel. Nur eine Oase blieb ruhig. Im Münster konnten sich Feiernde eine Auszeit nehmen und sich leise von 2005 verabschieden oder 2006 willkommen heißen.

Je weiter der Tag gegen Mitternacht geht, desto voller wird das Münster. Nicht jeder hat es mit dem lauten Abschiednehmen und Willkommenheißen. “ Es wurde Abend und es wurde Morgen” : Münster Organistin Barbara Kolberg gestaltet im Wechselspiel mit dem Texte lesenden Pfarrer Heinz Vogel Stunden des Innehaltens, des Sichervergewisserns. Zwischen den einzelnen “ Stationen” , zu denen Kolberg und Vogel ihre Musik- und Textvorträge zusammengefasst haben, herrscht einfach Stille.

Die Horde Jugendlicher aus Herbolzheim hat sich dazu entschlossen, 2006 mit Schmährufen gegen den VfB Stuttgart zu beginnen und prostet sich munter mit ihrer Wodka-Energydrink-Mischung zu. Andere auf dem Kanonenplatz mögen’ s klassischer beim Anstoßen und bleiben beim Sekt - der meistens direkt aus der Flasche getrunken wird. Es ist rappelvoll, überall wird geherzt und geknuddelt und Glück für das neue Jahr gewünscht. Raketen zischen in die Luft und glücklicherweise nur wenige Spaßvögel feuern ihre Chinaböller in der Menschenmenge ab.

“ Wir wollten einfach mal woanders feiern” , erzählt Simone Schuhmacher, die zusammen mit ihrem Freund Christian Wagener aus Landau (Pfalz) zum Jahreswechsel nach Freiburg gekommen ist und nun spontan mit einer Gruppe Freiburger weiterziehen. Den Weg vom Schwabentor in die Innenstadt legen die beiden mit der Straßenbahn zurück - und erleben dort eine Überraschung: Butterbrezeln, heiße Wienerle, ein Gläschen Sekt oder Bier, wahlweise auch Cola oder Sprudel: zwischen den Haltestellen Paduaallee im Stadtteil Bischofslinde und Lassbergstraße in Littenweiler pendelt “ GT4 109” , die Tram der “ Freunde der Freiburger Straßenbahn” . Mobil-fröhliche Einstimmung auf eine lange Nacht für die einen, billiges, weil kostenloses Fortbewegungsmittel für die anderen. Nicht nur die Pfälzer nutzen diesen Service gerne.

Während im Theater edel gefeiert wird, geht es in der Jackson-Pollock-Bar nebenan eher lässig zu - nach eins strömen nach und nach der Nachtschwärmer herein. Rund um das “ Bermuda-Dreieck” steigt ebenfalls eine riesige Feier und die Stimmung ist - bis auf einige alkoholbedingte Ausfälle - prächtig. “ Wir waren grad im Maria. Es war ziemlich voll, aber die Musik war klasse” , berichtet der Freiburger Frank Schlicht, der allerdings die Nacht dann doch lieber ganz gemütlich in seiner Stammkneipe, dem “ Eimer” ausklingen lässt.

Nicht nur in der Innenstadt stieg die Party: Das selbsternannte “ Schattenparke-Unterstützungskommando” besetzte das Raimanngelände samt altem Fabrikgebäude in St. Georgen um dort, laut einer Pressemitteilung, eine “ unkommerzielle und alternative Party” zu feiern. Rund 100 Leute kamen, feierten und gingen morgens wieder. Mit der Besetzung für eine Nacht wollen die Veranstalter die Stadt dazu auffordern, die beschlagnahmten Wagen der “ Schattenparker” herauszugeben und nach einer langfristigen Lösung für die Wägler zu suchen. Die Polizei besuchte diese Party ebenfalls kurz, sah aber laut dem Polizeisprecher, Hauptkommissar Michael Schmidt, keinen Grund zum Eingreifen oder das Fest zu beenden: “ Wir hatten in dieser Nacht weitaus wichtigeres zu erledigen.”

Quelle: Badische Zeitung - 02.01.2006  

Eine Sektbar rollt durch die Silvesternacht 

Samstag, den 31.12.2005

In einem alten “ Hobel” dem Jahreswechsel entgegenrollen oder das neue Jahr “ erfahren” : Die Freunde der Freiburger Straßenbahn machen es in Zusammenarbeit mit der VAG möglich. Von heute Abend, 22 Uhr, bis zum Neujahrsmorgen um 5.40 Uhr fährt eine der alten Stadtbahnen im Pendelverkehr durch die Stadt, zusätzlich zum Fahrplanangebot der VAG. Das Besondere daran: In dem Wagen ist eine Sektbar eingebaut und Mitglieder der Straßenbahnfreunde schenken Getränke aus und bieten Kleinigkeiten zum Essen an. Bis Mitternacht alle halbe Stunde, nach dem Jahreswechsel jede Stunde, hält die Straßenbahn am Bertoldsbrunnen. Der Reinerlös aus dem Verkauf von Getränken und Essen dient dem Unterhalt und der Renovierung historischer Freiburger Straßenbahnen.

Quelle: Badische Zeitung - 31.12.2005  

Historische Tram vor historischer Kulisse 

Samstag, den 01.10.2005

Zum letzten Mal wird die Oldtimerlinie 3 der Freiburger Straßenbahn am Samstag, 1. Oktober, aus dem Betriebshof Nord in der Komturstraße fahren. Wer die historischen Fahrzeuge vor bald schon historischer Kulisse fotografieren möchte, muss um 11.30 Uhr zum Betriebshof Nord kommen. Später fahren die Züge der Oldtimerlinie – Baujahr 1914, 1927 und 1953 – im 30-Minuten-Takt zwischen Littenweiler und Paduaallee. Als „rollendes Tramcafé“ pendelt der vierachsige Gelenktriebwagen GT4 109 (Baujahr 1962) zwischen Bissierstraße und Günterstal. Gegen eine Spende von mindestens zwei Euro gibt’s limitierte Sonderfahrscheine mit historischem Stempelaufdruck.

Quelle: Badische Zeitung - 30.09.2005

„Komische Bahn“ mit Holz 
Die „Freunde der Freiburger Straßenbahn“ bringen Oldtimer wieder auf die Schiene

„Mit so einer Bahn bin ich vor vielen, vielen Jahren gefahren“: Günter Haas (69) ist begeistert. Als er am Samstagnachmittag am Bertoldsbrunnen auf den „Combino“ Richtung Landwasser wartet, kommt stattdessen ein Fahrzeug, das der gebürtige Freiburger aus seiner Jugend kennt: der 1914 gebaute Triebwagen Nr. 45. Am ersten Samstag in den Sommermonaten bringt der Verein „Freunde der Freiburger Straßenbahn“ (FdFS) in Zusammenarbeit mit der Freiburger Verkehrs AG (VAG) alte Tramwagen wieder auf die Schiene.

Monotone Lautsprecheransagen, Pieptöne an elektrisch schließenden Türen, Fahrkartenautomaten mit Leuchttasten für verschiedene Zonen gibt es im Oldtimer nicht. „Früher hatte Straßenbahnfahren mehr Kultur“, bemerkt der 42-jährige Andreas Müller, einer von – laut Schätzung der FdFS – rund 1000 Fahrgästen am vergangenen Samstag. „Die Inneneinrichtung hat mehr Stil, schön ist auch die persönliche Betreuung.“ Auf langen Holzbänken sitzen sich die Passagiere gegenüber, etwa 20 Steh- und 18 Sitzplätze sind vorgesehen. Hellbraune Holzverschalung gibt dem Fahrzeuginnern ein edles Ambiente. An der Decke stecken Glühbirnen in Holzfassungen, statt Plastik- hängen Holzschlaufen zum Festhalten herunter.

„Nächster Halt: Runzmattenweg“: Mit schallender Stimme übertönt Schaffner Rudi Rosenkranz (40) von den FdFS das Holpern, Rattern und Pfeifen des Wagens. „Der Motor ist direkt auf den Achsen gelagert, deshalb ist es so laut“, erklärt Dietmar Gemander, Fahrzeugführer und Erster Vorsitzender der FdFS, später. Zuerst jedoch hat er alle Hände voll zu tun, am schwarzen Bremsrad (das aussieht wie das Steuerrad eines Schiffes) zu kurbeln. „Heut’ Abend hab ich wieder einen dicken Tennisarm“, sagt der 36-Jährige lachend voraus. „Aber das gehört dazu.“ Auch, dass er als Fahrer fast sechs Stunden am Stück stehen muss. „Es gibt kaum noch Leute, die die alten Wagen fahren dürfen“, weiß Dietmar Gemander, der hauptberuflich als Verkehrsmeister bei der VAG arbeitet.

Ein Schwung neuer Fahrgäste steigt zu. Ein Kinderwagen muss erst zusammengefaltet werden. So breit wie heute waren Straßenbahntüren vor mehr als 90 Jahren nicht. Die zweijährige Lena Bach ist skeptisch: „Komische Bahn.“ Als Rudi Rosenkranz die handbetriebene Schiebetür geschlossen hat, schaut sie sich jedoch neugierig um. Der Schaffner begrüßt: „Sie befinden sich in der ältesten Straßenbahn, die noch fahrfähig ist.“ Während der Fahrt erfahren die Fahrgäste von ihm einiges über Freiburger Straßenbahngeschichte. Dass die Nr.45 bis in die 1970er-Jahre unterwegs war – am Schluss allerdings nur noch in Ausnahmefällen. Dass sie seit 2001 wieder und noch immer mit Originalmotoren fährt. Dass der Schaffner früher Kreuzchen auf Papier machte, wer wo ein- und ausstieg – und sich danach der Fahrpreis bemaß.

Die heutigen Fahrgäste müssen nichts zahlen. Wer jedoch mindestens zwei Euro spendet, bekommt einen Sonderfahrschein. Ein Sammlerstück, denn das Motiv ist bei jedem Fahrtermin der Oldtimerlinie ein anderes. „Da muss ich eine für meinen Enkel mitnehmen“, sagt Gisela Herzog (68). Rudi Rosenkranz lässt die Münzen in seinen Wechsler klimpern – ein aus den 50er Jahren stammendes Gerät mit Plastikröhrchen für jeden Münztyp. „Der ist für D-Mark gemacht“, erzählt er. „Einige der heutigen Münzen passen gar nicht rein.“ Vorbei an einer staunenden Hochzeitsgesellschaft vor der St.-Albert-Kirche und an zwei Männern, die mit gezückter Kamera warten, erreicht der Oldtimer schließlich seine Endhaltestelle Paduaallee. Hier muss die Nr. 45 erst mal neu geschmiert werden – bevor sie wieder in die Stadt fahren kann.

Quelle: Badische Zeitung - 08.08.2005

BERICHT & FOTO: KRAUSE-BRAUN


Oldies auf den Schienen

Samstag, den 06.08.2005

Straßenbahnfreunde laden ein

FREIBURG. Tramfahren wie zu Omas und Opas Zeiten ist wieder am nächsten Samstag, 6. August, möglich. Die „Freunde der Straßenbahn“ lassen auf der so genannten Oldtimerlinie 3 zwischen Littenweiler und Paduaallee zwei Triebwagen der Baujahre 1914 und 1927 rollen. Ab 11.23 Uhr (Bertoldsbrunnen) sind sie im 30- und 40-Minutentakt unterwegs. Die Fahrt ist kostenlos, der Verein freut sich über Spenden. Für zwei Euro gibt es limitierte Sonderfahrscheine mit historischem Stempeldruck. Die Einnahmen finanzieren den Erhalt der alten Fahrzeuge. Als Tramcafé pendelt zudem am Samstag ein vierachsiger Gelenktriebwagen, Baujahr 1962, zwischen Günterstal und Bissierstraße. Der Verein serviert hier Getränke, Kaffee und Kuchen.

Bildunterschrift: Rollt am Samstag als Tramcafé: der Gelenktriebwagen 109.

Quelle: Badische Zeitung - 03.08.2005

FOTO: PRIVAT


Tram auf Geburtstagstour

Samstag, den 02.07.2005

Littenweiler feierte 80-jähriges Bestehen der Straßenbahnlinie

LITTENWEILER. „In Littenweiler feiern wir besonders gern“, sagt Helgard Berger, Chefin der Freiburger Verkehrs-AG (VAG). Denn: „Die Straßenbahnlinie 1 ist die mit Abstand fahrgaststärkste Linie im VAG-Netz. Und die Littenweilerer zählen zu den treuesten Kunden.“ Grund der Feier am vergangenen Samstag war der 80. „Geburtstag“ der Straßenbahn auf der Strecke zwischen dem Gasthaus Schiff (an der Gabelung Schwarzwald- / Hansjakobstraße) und Littenweiler. Der Bürgerverein und andere Vereine des Stadtteils, die VAG und die „Freunde der Freiburger Straßenbahn“ (FdFS) hatten ein kleines Programm auf die Beine gestellt.

Am Bürgerhaus Littenweiler gab es Infostände und Bewirtung, eine Fotoausstellung dokumentierte die Geschichte der Straßenbahn, der Bauernmarkt fand ausnahmsweise bis 16.30 Uhr statt. Mit dem Pendelbus schließlich konnten sich die Besucher bequem zur Straßenbahn-Endhaltestelle Lassbergstraße befördern lassen, um von dort aus ein Stück Straßenbahn-Geschichte zu erleben: Die von den FdSF betriebenen Oldtimerwagen fuhren zur Feier des Tages nicht nur bis zur Stadthalle (wie sonst von Mai bis September am ersten Samstag im Monat), sondern bis Littenweiler.

Und der freundliche Straßenbahnfahrer hatte – solange man noch an der Haltestelle wartete – auch nichts dagegen, dass Kinder mal das Steuerrad in die Hand nahmen: „Das ist schon mal was anderes als die normale Bahn“, sagte die zehnjährige Sandra Kotterer, die dann im historischen Fahrzeug auf einer der beiden langen Holzbänke sitzend in die Stadt tuckerte. Ihr Vater Martin Kotterer, Vorsitzender des Bürgervereins Littenweiler, war mit der Resonanz der „Geburtstagsfeier“ zufrieden: „Ein rundum gelungenes, nettes Fest.“

Bildunterschrift: Auch Sandra Kotterer durfte im Tram-Führerstand mal am ganz großen Rad drehen – natürlich nur, solange die Bahn stand.

Quelle: Badische Zeitung - 05.07.2005

FOTO: KRAUSE-BRAUN


Schon längst die Nummer 1

Donnerstag, den 30.06.2005

Die Straßenbahnlinie nach Littenweiler besteht seit 80 Jahren / Fest am kommenden Samstag

LITTENWEILER. 80 Jahre ist es her, dass die erste Straßenbahn nach Littenweiler ratterte: Am 7. März 1925 gab es die Premiere auf dem Abschnitt zwischen dem Gasthaus Schiff (am Knoten Schwarzwald-/Hansjakobstraße) und Lindenmattenstraße in Littenweiler. Die Tramschienen liefen damals bis kurz vor die Eisenbahngleise – also noch etwas über die heutige Endhaltestelle hinaus. Der runde Geburtstag wird an diesem Wochenende gefeiert.

Diskussionen um eine Stadtbahnverlängerung, Verzögerungen und verworfene Pläne hatte es auch damals schon gegeben: Nachdem am 14. Oktober 1901 zwischen Rennweg und Günterstal die erste elektrische Straßenbahn auf der Schiene rollte, war die Strecke nach Littenweiler laut Auskunft des Vereins „Freunde der Freiburger Straßenbahn“ (FdFS) 1912 das erste Mal im Gespräch: Bis 1914 sollte sie in Betrieb sein. „Neben anderen Schwierigkeiten kam der Erste Weltkrieg dazwischen“, sagt Wolfgang Wehrle, stellvertretender Vorsitzender der FdFS. Zwei Streckenführungen seien als Alternativen gehandelt worden: Außer der dann verwirklichten Variante über die Hansjakobstraße zog man auch eine Route über die Waldseestraße in Erwägung.

Die Nummer 1 (der Linien) war Littenweiler nicht immer. Als Linie 4 pendelte die Bahn anfangs zwischen Littenweiler und Komturplatz (später Hornusstraße) in Zähringen, weitere Fahrzeuge zwischen Hauptfriedhof (Brühl) und Römerhof (Waldsee) trugen die Nummer 3. „1983 wurde mit Inbetriebnahme der Stadtbahn in den Freiburger Westen das Liniennetz geändert“, erzählt Wehrle. Seitdem durchquert die Littenweiler-Bahn – jetzt als Linie 1 – die Stadt von Ost nach West und zurück. Zuerst nur bis Paduaallee, seit 1985 bis Landwasser.

Die ersten Fahrzeuge, die 1925 fuhren, hatten bis zu 20 Sitz- und 24 Stehplätze. „Die Haltestellen waren fast dieselben“, weiß Wehrle, „und der Takt war schon immer ziemlich gut.“ Steuern konnte man den Wagen an beiden Enden, Umkehren war somit kein Problem. Das änderte sich erst mit Einführung der so genannten Einrichtungswagen. So bekam Littenweiler 1959, zusammen mit dem „Sputnik“-Wagen (dem ersten Freiburger Gelenkwagen), ein Gleisdreieck zum Wenden. Diese Wendeschleife wurde 1996 auf den neuesten Stand gebracht. Vorausblickend baute man ihr ein Diagonalgleis für die Verlängerung Richtung Kappler Knoten ein. „Eine Verlängerung der Linie in Richtung Osten war oft in der Diskussion“, erklärt Wehrle. Immer wieder wurde sie aber verschoben. In jüngster Vergangenheit erlebte die Linie 1 vor allem zwei Veränderungen: die Einführung der Combinos im Jahr 2000 und die Sanierung der Strecke in der Hansjakobstraße im Sommer 2003.


Der 80. „Geburtstag“ der Straßenbahn nach Littenweiler wird am Samstag, 2. Juli, gefeiert. Das Fest mit Bewirtung und Musik beginnt um 10.30 Uhr am Bürgerhaus. Veranstalter sind Bürgerverein Littenweiler, Freiburger Verkehrs-AG (VAG) und die „Freunde der Freiburger Straßenbahn“ (FdFS). Von etwa 11.20 bis 18 Uhr gibt es kostenlose Fahrten der Oldtimerlinie 3 der FdFS zwischen Lassbergstraße und Paduaallee (Spenden erbeten), ein Buspendeldienst transportiert die Besucher zwischen Lassbergstraße und Dorfplatz Littenweiler. Der Bauernmarkt wird ausnahmsweise bis 16.30 Uhr stattfinden.


Bildunterschrift: 1925 ging die Straßenbahn nach Littenweiler erstmals auf Tour, damals noch als Linie 4. Inzwischen hat sich die Tram den Spitzenplatz (zumindest in der Nummerierung) erkämpft.

Quelle: Badische Zeitung - 30.06.2005

FOTO: ARCHIV KAUFHOLD


"Strassenbahn-Freunde bestätigen Gemander"

Donnerstag, den 24.03.2005

In seinem Amt bestätigt wurde der erste Vorsitzende der „Freunde der Freiburger Straßenbahn", Dietmar Gemander (Bild). Bei der Jahreshauptversammlung wurde auch Wolfgang Wehrle (stellvertretender Vorsitzender), Peter Burgenmeister (Schatzmeister) und Lukas Kaufhold (Schriftführer) erneut das Vertrauen ausgesprochen. Schwerpunkte in der Arbeit des Vereines bleiben die Betreuung und Renovierung historischer Fahrzeuge. Die Fahrten mit der Oldtimerlinie 3 beginnen dieses Jahr am Samstag, 7. Mai.

Quelle: Freiburger Stadtkurier - 24.03.2005

Redakteur: "kurz gemeldet"


„Ab Mai fahren wieder historische Trams“

Samstag, den 19.03.2005

Verein "Freunde der Freiburger Straßenbahn" bestätigt Vorstand komplett im Amt

FREIBURG. Der Verein "Freunde der Freiburger Straßenbahn" hat bei seiner Jahreshauptversammlung - stilgerecht im VAG-Zentrum in der Besançonallee - seinen Vorstand komplett im Amt bestätigt.
Schwerpunkte in der Arbeit bleiben nach Vereinsmitteilung wie bisher die Betreuung und Renovierung historischer Fahrzeuge der Freiburger Straßenbahn, die an jedem zweiten Freitag im Monat stattfindenden Vereinsabende im Gasthaus "Goldener Sternen" in der Emmendinger Straße (ab 19 Uhr) sowie die regelmäßigen Fahrten der Oldtimerlinie 3 mit drei historischen Fahrzeugen, die in diesem Jahr vom 7. Mai bis zum 3. September an jedem ersten Samstag im Monat verkehren wird.

Wahlergebnisse: Vorsitzender Dietmar Gemander, stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Wehrle, Schatzmeister Peter Burgenmeister, Schriftführer Lukas Kaufhold sowie die Beisitzer Christa Bauer, Michael Bertschin, Hans-Rudolf Degen, Alexander Schuler und Rolf Springmann (alle wie bisher).
Mitgliederzahl:    178 Mitglieder.  
Kontakt:   Internet: www.fdfs.de    oder    Telefon: 07665 / 51551

Quelle: Badische Zeitung - 19.03.2005

 

"Silvester voller Aaahs und Ooohs"

Freitag, den 31.12.2004

Buntes Feuerwerk, volle Partys - so feiern Freiburgs Nachtschwärmer ins neue Jahr

Freiburgs Party-Szene hat ihn voll und ganz gefeiert, den Jahreswechsel. Bunt gemischtes Publikum ist sich zum Beispiel hoch oben im Bahnhofsturm im Kagan in die Arme gefallen. Gäste im Alter zwischen 18 und 70 Jahren sind mit dem Aufzug in den 17. und 18. Stock entschwebt, um sich bei leckerem Menü oder einfach nur vom einzigartigen Rundum Ausblick verwöhnen zu lassen. Trotz schockierender Nach- richten aus Asien, ließ sich Freiburg hier die feierliche Silvesternacht nicht nehmen. Punkt Mitternacht raunten ,,Aaahs" und ,,Ooohs" durch die Menge, „das Feuerwerk war grandioser und farbenfroher denn je", sagt Kagan- Chef Rüdiger Baumann. Die Flutkatastrophe war im Kagan dann am nächsten Tag Thema - dort wurden Gäste zu Spenden aufgerufen.

Etwas weniger gefeuert, so hat's Partymacher Frank Böttinger (Endless Event) beobachtet, wurde in der Innenstadt. Dennoch, seine Partys waren gut besucht. Festlich gestimmtes „Jungvolk" drängte sich in der Harmonie bei Freiburgs größter Silvesterparty, andere Szeneleute im Maria, F-Club und R&B. ,,Leider", klagt der Nacht-Experte, ,,werden die Jugendlichen aber immer aggressiver." Bei seinen Partys mache ihm dies nicht zu schaffen - doch das Polizeiaufkommen und die Schlägereien in der Kaiser-Joseph-Straße ,,werden immer massiver".

Premiere feierte das Theater: Dort wurde zum ersten Mai (seit vielen Jahren) wieder Silvester im Foyer gefeiert. Mit Erfolg - die Gäste tanzen um Mitternacht Walzer vor dem Haus, blieben bis fünf Uhr morgens. Fazit: Die Party soll's im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder geben. Ähnlich erfolgreich war die mobilste Party des Abends: Per Straßenbahn feierten die ,,Freunde der Freiburger Straßenbahn" ihr neues Jahr - inklusive Musik, Sektbar und Partystimmung. Mitfeiern und einsteigen durfte (kostenlos) die ganze Stadt. „Genial gut", findet Vereinsvorsitzender Dietmar Gemander und hofft, Freiburg auch im nächsten Jahr wieder eine Silvester-Bahn bieten zu können.

Quelle: Freiburger Wochenbericht - 05.01.2005

Redakteur Sandra Tieso / Fotos: Bamberger & Schwengel


"Ein Jahr hat ausgedient"

Freitag, den 31.12.2004

Freiburg feiert Silvesternacht von lautstark-fröhlich über stilvoll-gediegen bis leise-besinnlich

© Badische ZeitungDie Innenstadt in der Silvesternacht. Ausgelassenes, manchmal überbordendes Feiern des alten und Begrüßen des neuen Jahres. Feuerwerke am Firmament in allen Himmelsrichtungen, vielleicht etwas weniger als beim Wechsel anderer Jahre. Ruhige, besinnliche Orte, um Bilanz zu ziehen, vorauszuschauen, Vorsätze zu fassen.

22.00 Uhr: Diebisch ist die Freude der drei Jungs an der Haltestelle Pressehaus der Straßenbahn: Mit ihren Krachern haben sie dem Trio junger Mädchen auf den anderen Straßenseite einen tüchtigen Schrecken eingejagt. Glauben sie. "Doofe Jungs", ruft eine und alle drei ziehen ihrer Wege. Pünktlich um 22.12 Uhr hält die "Rollende Sektbar", die Straßenbahn der Baureihe GT 8 N. Michael Bertschin an der Kurbel wird Passagiere kostenlos bis kurz vor 5.00 Uhr durch die Stadt kutschieren. Zwischen Paduaallee und Lassbergstraße können Feiernde einsteigen, sich niederlassen, Sekt oder Alkoholfreies, Laugen- und Neujahrsbrezeln ordern. Die Freundlichkeit in Person: Christa Bauer und ihr Team von den „Freunden der Freiburger Straßenbahn“.  Im Laufe der Nacht werden sie auch manch alkoholisierten Rauflustigen beruhigen oder beim nächsten Halt vor die Tür setzen.
© Badische Zeitung22.30 Uhr: Durchs Martinstor auf der nächtlich beleuchteten Kaiser-Joseph-Straße. Unter den Arkaden stehen sie, die "Halbstarken", werfen ihre Kracher aus dem Handgelenk Passanten vor die Füße. Die Kinos der "Harmonie" sind umfunktioniert zum Dance-Floor, eine Menschenschlange wartet hinter Absperrgittern auf Einlass. Streng wird kontrolliert: "Knallkörper müssen draußen bleiben". Die Bässe im "Black Music Floor" lassen das Zwerchfell vibrieren.
Im "Chang", ein paar Schritte weiter. tafeln Gäste des thailändischen Restaurants. Jeder Tisch ist reserviert. Nein, Te Charuchart wird heute nicht wie sonst üblich das neue Jahr mit "krachender" Fröhlichkeit begrüßen. Zu groß ist die Trauer über die Katastrophe, die nicht nur sein Heimatland heimgesucht hat. Der Umsatz des Tages soll den Opfern zugute kommen.
Augustinerplatz. Hier trifft man sich für den Aufstieg zum Kanonenplatz, wo Feuerwerke besonders gut zu beobachten sind. Ein Saxofonspieler improvisiert. Auf dem leeren Münsterplatz übt selbstvergessen ein junges Paar, in dicke Mäntel gepackt, Cha-Cha-Cha.
© Badische Zeitung23.00 Uhr: ein kleiner Tisch im Münster: Brot, ein Krug Wasser, eine Muschel, ein Stecken. Leise Orgelklänge erklingen. Eine Meditation über Jakobus, den Patron der Pilger, in der letzten Stunde des Jahres. "Vertrautes zurücklassen", "Den neuen Schritt wagen" heißen Texte, die Friederike Maier liest.
23.30 Uhr: Bigband-Klänge im Theater: Stilvoll die Silvesterfeier nach den Vorstellungen. Gespräche im kleinen oder größeren Kreis im Winterer-Foyer und auf den Gängen bei Lachs im Briocheteig und trockenem Riesling. Nach Mitternacht wird vor dem Haus Walzer getanzt werden.
00.00 Uhr: Dichtes Gedränge auf der "Blauen Brücke" über den Bahngleisen und auf der Stadtbahnbrücke. Sektflaschen gehen reihum, mitgebrachte Gläser werden gefüllt. Feuerwerksbunt ist der Himmel, eine Dreiviertelstunde lang. "Böllern und spenden", sagt einer der Feiernden. Symbolisch: Tutend fährt eine Rangierlok unter den Brücken hindurch, zwei Waggons vor sich her schiebend. Ein Jahr kommt aufs Abstellgleis.

Quelle: Badische Zeitung - 03.01.2005

Redakteur Hans-Henning Kiefer / Fotos: Michael Bamberger


"Zuverlässiger als die Combinos“

Samstag, den 30.10.2004

 

Die Freunde der Freiburger Straßenbahn feierten 10. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür

 
 

Alte Straßenbahnen renovieren und zu unterhalten — für viele nicht gerade ein Traumjob. Ganz anders für den Verein „Freunde der Freiburger Straßenbahn“. Seit zehn Jahren befassen sich die Mitglieder mit (fast) nichts anderem, als Materialien über das heimische Verkehrswesen zu sammeln und historische Straßenbahnen zu sanieren. Am Samstag feierte der Verein auf dem Betriebshof Nord 10-jähriges Bestehen und viele Besucher konnten die Oldtimer-Bahnen bewundern. © Badische Zeitung
Wir schreiben das Jahr 1901. Durch Freiburg rollt die neue Straßenbahn „Nummer 2“. Der Fahrer steht vorne im Wagen, ohne Wind- und Kälteschutz, und bedient Fahr- und Rangierschalter. Von Blinkern keine Spur. Die Tram befördert maximal 16 sitzende und 8 stehende Passagiere von Günterstal über die Kaiserstraße bis zum Rennweg. Zehn Groschen kostet die Fahrt, auf den Straßen bewundern viele Schaulustige das Spektakel. Heute, 103 Jahre später, rollt diese Bahn wegen eines Motorschadens nicht mehr, und dennoch sind wieder viele Menschen um die „Nummer 2“ versammelt und staunen. Im Originalzustand steht die Straßenbahn auf dem Betriebshof Nord der Freiburger Verkehrs AG (VAG). Nostalgische Werbeplakate und Sitzbänke aus massivem Holz findet man im Inneren der Tram. „Auf ganze 30 Stundenkilometer schaffte es die Nummer 2 damals und es war jedes Mal ein erheblicher Kraftaufwand für den Fahrer, sie mit der Handbremse zum Stehen zu bringen“, erzählt Dietmar Gemander, Vorsitzender des Vereins „Freunde der Freiburger Straßenbahn“.
Zehn Oldtimer-Bahnen sind inzwischen im Besitz des Vereins. Drei sind für das heutige Schienennetz der VAG zugelassen, neben der Nummer 56 auch das Modell GT 4, das lange Zeit das Stadtbild prägte. Als „unser Flaggschiff“ bezeichnet der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Wehrle, die Bahn mit der Nummer 45. Von 1914 bis Ende der 50er-Jahre war diese Straßenbahn in Betrieb. „Eigentlich sollte sie schon verschrottet werden, aber das konnten wir nicht zulassen“, so Wehrle. Sechs Jahre dauerte die Restaurierung und 2001 fuhr sie zum 100. Geburtstag der Straßenbahn wieder durch die Stadt. „Wir versuchen, unsere anderen Bahnen auch wieder fahrtüchtig zu machen, allerdings fehlt es uns da an Geld. Dennoch ist das Ziel der 170 Vereinsmitglieder sicherlich, einen historischen Betriebshof zu bekommen, um so Freiburger Kulturgut noch besser zu erhalten“, sagt Wolfgang Wehrle.
Die Besucher waren begeistert von der Ausstellung. „Das ist sehr interessant hier. Bewundernswert, was die Vereinsmitglieder in dieser kurzen Zeit geleistet haben“, sagt Gerd Müller. Daniela Kunze kam mit ihren zwei Kindern, die eine Runde auf der Minidampfeisenbahn drehten und sich beim Kinderschminken amüsierten. Auch Edith Grimm war hocherfreut: „Die alten Bahnen gefallen mir richtig gut. Wenn man diese mit den heutigen Bahnen vergleicht, sieht man, was sich so alles im letzten Jahrhundert getan hat. Die Straßenbahnen damals waren auf jeden Fall zuverlässig, nicht so wie die heutigen Combinos“.

 
 

Quelle: Badische Zeitung - 02.11.2004

BZ-Mitarbeiter: Pavo Prskalo / Foto: Michael Bamberger

 
 
 
 

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